Bayern:Einfach nur wild: Pleite in Frankreich

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Bayern:Einfach nur wild: Pleite in Frankreich

Beitrag  Sascha am Mi Okt 21, 2009 10:56 pm


Schiedsrichter Terje Hauge schickt Rot-Sünder Thomas Müller (2.v.r.) vom Platz



Grausamer Abend für den FC Bayern
Der FC Bayern München hat in einem denkwürdigen Champions-League-Spiel mit 1:2 (1:1) bei Girondins Bordeaux verloren und damit einen herben Rückschlag im Kampf um ein Achtelfinal-Ticket erlitten. Ein Eigentor von Mickael Ciani (6.) brachte die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal in Führung. Ciani machte seinen Fehler mit dem 1:1 wieder gut (29.), Planus schoss das Siegtor (40.).

Thomas Müller (Gelb-Rot) und Daniel van Buyten (Rot) flogen vom Platz. Auch zwei gehaltene Elfmeter von Jörg Butt halfen den Bayern nicht. Nach dem 3. Spieltag liegen die Münchner mit vier Punkten auf Platz drei. Bordeaux ist Tabellenführer (7) vor Juventus Turin (5, 1:0 gegen Maccabi Haifa).

Vor dem Anpfiff: Bordeaux spielt ohne personelle Überraschungen im 4-2-3-1 mit Marouane Chamakh als einziger Spitze und Yoann Gourcuff auf der Spielmacher-Position.

Bei den Bayern rückt Philipp Lahm auf links, Hamit Altintop spielt Rechtsverteidiger. Thomas Müller zentral hinter den Spitzen Miroslav Klose und Luca Toni.

6., 0:1, Ciani (Eigentor): Badstuber bringt die Ecke von rechts mit Schnitt zum Tor. Der Ball springt am Fünfer auf, Ciani will mit dem rechten Außenrist klären und wuchtet sich die Kugel ins eigene Tor.

13.: Das war ein Foul, und zwar ein ordentliches. Tremoulinas springt der Ball etwas weit vom Fuß. Müller geht mit Anlauf in die Grätsche von vorn und räumt den Franzosen ab. Hat ihn aber nicht getroffen. Trotzdem klare Gelbe.

18.: Wendel zieht einen Freistoß aus 30 Metern direkt aufs Tor. Der Ball springt noch mal auf und Butt baggert den Ball im Stile eines Volleyballers weg.

29., 1:1, Ciani: Wendel bringt die Ecke von rechts halbhoch nach innen. Ciani zaubert den Ball mit der rechten Hacke ins kurze Eck. Warum steht da keiner am Pfosten?

30., Gelb-Rot für Müller: Der Bayern-Youngster tritt Chalme von hinten in die Hacken. Klare Sache - Gelb-rot!

40., 2:1, Planus: Wendel mit einem eigentlich harmlosen Freistoß von rechts. Am ersten Pfosten kommt kein Bayer ran. Der Ball springt auf, Altintop will klären und schießt Planus den Ball an die Sohle. Von dort springt er ins rechte Eck.

Halbzeit-Fazit: Das frühe, glückliche Führungstor lähmte die Bayern. Mit Fouls und Fehlpässen bauten sie Bordeaux auf.



65.: Elfmeter für Bordeaux! Butt vertändelt im Strafraum gegen Chamakh und senst den Stürmer dann um. Klare Sache!

66.: Gourcuff macht's ganz arrogant und will den Ball ins Tor lupfen. Aber Butt ist im linken Eck und wehrt die Kugel mit links ab. Den Nachschuss setzt der Franzose rechts neben das Tor.

72.: Die Chance zum Ausgleich! Flanke von van Bommel aus dem rechten Halbfeld. Carrasso läuft unten durch und Toni setzt den Kopfball aus zwei Metern an den linken Pfosten.

87.: Zweiter Elfer für Bordeaux. Van Buyten reißt Chamakh nieder. Stimmt!

87., Rot für van Buyten: Für seine Notbremse sieht der Belgier die rote Karte.

88.: Und wieder hat ihn Butt. Jussie schiebt den Ball wahnsinnig lässig ins linke Eck. Butt ist da und wehrt ab.

Fazit: Ein schwacher Auftritt der Münchner und ein wildes Spiel: zwei Elfmeter, zweimal hält Butt. Trotzdem verlieren die Münchner, weil sie zu viele Fehler machen.

Der Star des Spiels: Wendel. Bordeaux' Brasilianer wirbelte auf seiner linken Seite, schoss sämtliche Freistöße meist gefährlich in den SEchzehner und setzte seine Mitspieler mit klugen Pässen und messerscharfen Flanken gut ein.

Die Gurke des Spiels: Thomas Müller. So grausam ist der Fußball. Wochenlang verzückte der Shooting-Star Fans und Fachleute mit seiner unbekümmerten Art und jeder Menge Toren. Doch diesmal stand Müller der jugendliche Übermut im Weg. Mit Gelb vorbelastet, grätschte er Chalme von hinten mit gestrecktem Fuß in die Achillesferse, ohne Chance auf den Ball. Müller erkannte sofort, was für ein Fauxpas ihm da unterlaufen war. Half alles nichts - Gelb-Rot nach 30 Minuten. Auch das 1:1 geht zum Teil auf Müllers Kappe. Er war bei Standards für Torschütze Ciani eingeteilt.

Die Pfeife des Spiels: Der erfahrene Terje Hauge aus Norwegen machte keinen spielentscheidenden Fehler, lag in der Zweikampfbeurteilung aber oft daneben. Harmlose Rempler pfiff er ab, grenzwertige Grätschen blieben ungeahndet. Hauge hatte nicht seinen besten Abend. Die Platzverweise waren aber vertretbar.

Die Lehren des Spiels: Ein frühes Tor - Der Traum jeder Fußball-Mannschaft, insbesondere in wichtigen Spielen, insbesondere auswärts. Danach zieht man sich zurück und spielt auf Konter. Es geht aber auch anders. Den Bayern gab Cianis Eigentor keine Sicherheit - im Gegenteil. Mit vielen, teilweise überflüssigen Fouls, jeder Menge Fehlpässen in der Vorwärtsbewegung und einer schlechten Raumaufteilung luden die Bayern die Franzosen ein, ihr Spiel aufzuziehen.

Das 1:1 war die logische Folge, Sekunden später erwies Müller mit seiner unnötigen Gelb-Roten Karte einen Bärendienst. Und die Fehlerkette der Bayern wurde immer länger. Vor dem 2:1 flog ein harmloser Freistoß durch den gesamten Strafraum und Altintop ging nicht entschlossen genug zum Ball.

In der Halbzeit zog van Gaal Klose ein Stück zurück und baute zwei Viererketten auf. Die Bayern machten das Beste aus der Unterzahl und erspielten sich nach einer knappen Stunde sogar ein Übergewicht, weil endlich die Zweikämpfe gewonnen wurden und Bordeaux leicht überheblich wurde.

Die Hektik bekamen die Bayern dennoch nie aus ihrem Spiel, die haarsträubenden Fehler (Butt!, van Buyten!) zogen sich wie ein roter Faden durch die Partie. Die Führungsspieler van Bommel, Schweinsteiger und allen voran Lahm erwischten einen ganz miesen Tag.

In der Schlussphase stellte van Gaal noch zwei Mal taktisch um, was nicht unbedingt zu mehr Sicherheit beitrug. Selbst zwei gehaltene Elfmeter von Butt halfen den Bayern nicht.

Alles in allem war es ein gebrauchter Tag für die Bayern. Bordeaux ist eine gute Mannschaft, wäre aber zu knacken gewesen. Im Rückspiel am 3. November ist ein Sieg Pflicht für die Münchner, wenn man 2010 noch in der Champions League vertreten sein will.
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